Computerszene in der DDR

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Computerszene in der DDR

Beitragvon René » Sa 20. Jan 2018, 16:01

Ich schreibe gerade an einem Text über die Computerszene in der DDR. Von der war ich ein Teil - aber ich hatte nur Zugang zu DDR-Rechnern wie dem KC 85. Es wäre toll, wenn Erfahrungen und Anekdoten von anderen einfließen würden.

- Wer hatte in der DDR einen Westcomputer wie den Atari 800? Woher? Was hatte man damit gemacht? Wie nahm man Kontakt zu Gleichgesinnten auf?

- Wer hatte vor 1989 im Westen Kontakt zu Computerbesitzern in der DDR und anderen osteuropäischen Ländern? Wie lief das ab? Hatte man Hardware und Software spendiert? Vielleicht hatte sogar der ABBUC Kontakte zu Clubs hinter dem eisernen Vorhang?

Danke sehr!
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Re: Computerszene in der DDR

Beitragvon nortobor » Sa 20. Jan 2018, 18:32

Hallo Rene,

wir kennen uns sicher vom VCFB 2017- ABBUC/ATARI-Stand

Bist du ABBUC-Mitglied --- dann mal MAGAZIN 100 lesen oder im Mitgliederbereich ansehen.
Ich hatte dort unter der Rubrik "Wie ich zum ATARI kam" einen mehrseitigen Artikel geschrieben.
Könnte dir auch notfalls mein Original .doc File schicken.

Wofür schreibst du denn den Text ?

bis dann
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Re: Computerszene in der DDR

Beitragvon René » Sa 20. Jan 2018, 20:03

Ich hatte auf dem VCFB den Spielebereich mit betreut. Und Du warst der Nette, dem ich die ABBUC-Hefte abgeluchst habe. :) Die hatte ich dann zu Hause aufmerksam gelesen; schon deswegen müsste man eigentlich Mitglied werden. Heft 100 war allerdings nicht dabei. Bist Du so lieb, Deine Textdatei zu schcken (z.B. per Mail an meyer§schreibfabrik.de)? Vielleicht könnte man daraus zitieren.

"Text" ist ein wenig bescheiden formuliert; es wird ein Büchlein mit vielen farbigen Bildern, das sich nur der (eher privaten) Computerszene der DDR widmet. Im Moment trage ich noch Material zusammen, z.B. fehlen mir noch einige Kontakte zu wichtigen Pionieren, die z.B. bestimmte Computersysteme entworfen haben. Ich denke da auch an Schachcomputer, die Pong-Konsole und den Spielautomaten Poly-Play ...
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Re: Computerszene in der DDR

Beitragvon Mathy » Sa 20. Jan 2018, 20:55

Hallo Rene

In den ABBUC Magazine waren mehrere Artikel zum Thema Atari und DDR drin. Welche Ausgaben das genau waren kann ich dir nicht sagen, ich bin "erst" seit Magazin 22 dabei. :mrgreen:

Tschüß

Mathy (der zu faul ist 110 Magazine zu suchen und zu durchsuchen...)
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Re: Computerszene in der DDR

Beitragvon slx » Sa 20. Jan 2018, 21:37

Die Magazine sind alle im Mitgliederbereich.

http://www.abbuc.de/mitgliedschaft/abbuc-magazine
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Re: Computerszene in der DDR

Beitragvon nortobor » Sa 20. Jan 2018, 23:24

Hallo Rene,

ja ich war der "Nette" mit den ABBUC-Heften. (Du warst der mit dem Hut ???)
Habe eben meinen damaligen Artikel "Ein Atari Besitzer aus der ehemaligen DDR berichtet" an deine email-Adr. geschickt.

Deine Idee, ein Büchlein .... zu dem Thema zu entwickeln, finde ich toll. :-D
In meinem Artikel wird ja auch erwähnt, daß es in Ostberlin (Kulturbund der DDR) einen Computerclub Atari gab (ich war stellv Clubleiter) und wir auch
ein Magazin herausgegeben haben und es wurde nach Prüfung auch gedruckt.

Bin gespannt wie es weiter geht ---- berichte bitte darüber.

bis dann
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Re: Computerszene in der DDR

Beitragvon Knurrikowski » Mo 22. Jan 2018, 12:15

René hat geschrieben:Wie nahm man Kontakt zu Gleichgesinnten auf?

Nach meinem Erkenntnisstand gab es große Computertreffen, z.B. in Böhlen. Siehe z.B. diesen Link. Dort einfach Kontakt aufnehmen. Viele Grüße
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Re: Computerszene in der DDR

Beitragvon René » Mo 22. Jan 2018, 18:10

Ich war der mit dem Hut, vielen Dank für den Text, ich melde mich dazu noch.

Von dem großen Treffen in Böhlen weiß ich, als Leipziger war ich damals sogar einmal dort. Ich versuche ohnehin gerade mehr darüber zu erfahren und vielleicht gar Fotos zu bekommen; danke für den Link.
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Re: Computerszene in der DDR

Beitragvon 24sumo » Sa 27. Jan 2018, 20:53

Ich kam als 13jähriger (1987) zum Atari 800XL und XC12 aus dem InterShop. Wenn ich mich recht erinnere hat alles dies so knapp 250DM gekostet. Es war ein Weihnachtsgeschenk meiner Eltern, das Geld war durch Westverwandtschaft geschenkt worden. Computerbegeisterung kam u.a. dadurch dass ein Teil des ESP-Unterrichts ("Einführung in die sozialistische Produktion") bei uns in der 8. Klasse als Informatik gelehrt wurde. Unsere Schule war dabei ein Pilotprojekt, flächendeckend gab es dies erst 1-2 Jahre später. Wir hatten ein nagelneues Computerkabinett mit KC85/3.
Ich saß dann aber länger auf dem trockenen, weil ich kaum Software für den Atari hatte. Durch einen ehemaligen Klassenkameraden bin ich in Kontakt mit einem Spezialschüler (Internat in Rostock, wo leistungsstarke Mathe/Physik-Schüler aus dem ganzen Norden zusammen kamen) gekommen. Dort waren Computer weiter verbreitet. Es war üblich Programme gegen Geld oder andere Software zu tauschen - musste mir ja erstmal einen Grundstock aufbauen. Später habe ich dann auch per privater Kleinanzeige in der lokalen Zeitung Interessenten/Tauschpartner gefunden.
Ohne Westkontakte konnte man versuchen "unter der Hand" sein Ostgeld zu Kursen zwischen 1-10 bis 1-20 zu tauschen.
Ein Atari war zu der Zeit eher zu bekommen als ein C64. Der KC85/3 kostete 1988 3500 Ostmark und wurde Ende 1988 auf die Hälfte gesenkt (die Wende war aber noch nicht in Sicht). Ein Mitschüler hatte so ein Großteil seines Jugendweihegelds "verloren".
Ich erinnere mich gut, dass auch in der offiziell von der Partei/Pionierorganisation/FDJ geförderten "Station junger Naturforscher" einige 8Bit Atari's standen (dies muss so 86/87) gewesen sein - diese Einrichtungen gab es in größeren Städten der DDR. Es war meist eine Auszeichnung dort Mal hin zu dürfen.
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Re: Computerszene in der DDR

Beitragvon Tigerduck » Sa 27. Jan 2018, 21:35

Ich hab' gerade mal gewühlt und tatsächlich noch den Briefwechsel mit einem Manfred Hilpert aus Halle/Saale gefunden.
Ich habe damals (1988) als Wessi ein paar ATARI-Sachen in DDR geschickt.
Mußte aber wegen Bundeswehr den Kontakt abbrechen.
Wäre mal interessant ob es denn Herrn noch gibt und ob er noch in Sachen ATARI unterwegs ist...
Wenn du Einzelheiten brauchst gerne über PN.

Gruß
Tigerduck

Nachtrag:

Habe gerade mal "gegoogelt", gibt doch tatsächlich einen Manfred Hilpert mit Ingenieurbüro in Halle, ob er das wohl ist...?
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Re: Computerszene in der DDR

Beitragvon Knurrikowski » So 28. Jan 2018, 09:43

René hat geschrieben:Wie nahm man Kontakt zu Gleichgesinnten auf?

Weitere Stichworte für deine Recherche: Verkaufs- und Kontaktanzeigen in "Funkamateur" und "Wochenpost".
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Re: Computerszene in der DDR

Beitragvon Knurrikowski » Mo 12. Feb 2018, 17:07

Eine etwas allgemeinere Beschreibung der DDR-Computer-Szene findet sich in folgendem Artikel:

http://www.zeit.de/digital/games/2017-0 ... ozialismus

Sehr oberflächlich, aber mit vielen Stichworten für weitere Recherchen. Sehr interessant sind die Anmerkungen zum Thema Raubkopien.
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Re: Computerszene in der DDR

Beitragvon René » Sa 12. Jan 2019, 22:08

Fotos von den Atari-Treffen in Böhlen in den 80ern hat sicher niemand?
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Re: Computerszene in der DDR

Beitragvon BOSS » Sa 12. Jan 2019, 23:57

Ich hab meinen ersten 800XL von meinem Vater 1986 geschenkt bekommen, als ich 9 war. Er hat mir später erzählt, dass er 2000 OstMark gekostet hat und er ihn von einem Bekannten abgekauft hat. Als Kassettenlaufwerk haben wir einen normalen Kassettenrecorder (LCR) mit selbstgebautem Interface genutzt. Später kam dann gottseidank ein "Turbo"-Interface dazu, was die Ladezeiten endlich erträglich gemacht hat, bevor ich dann 1990 endlich eine 1050 mein Eigen nennen konnte.
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Re: Computerszene in der DDR

Beitragvon FrannekT » Mi 30. Jan 2019, 19:18

Ich hatte so glaub ich so um 1985 rum auch via diversen Tauschen und Westgeld mir einen 800XE und XC12 geholt. Es gab ein jährliches Treffen in Bitterfeld / Wolfen in einer Turnhalle. Kontakt meist durch die wie geschrieben Funkamateur oder über RFT Austausch wenn es um Fernseher ging. Eine XF551 hatte ich mir dann um 1988 geholt zu einem Wahnsinnstauschkurs 1:8. Es gab in Chemnitz (damals Karl Marx Stadt) eine Art Atari Service Zentrum. Dort hatte ich meinen 800XE abgegeben und er wurde dort mit den U2164 DDR Rams auf 130XE aufgebaut.
Bei den Treffen war es interessant, an diversen Ständen leere Floppys abgeben, ggf. seine eigen Floppy auch und seine Kopierwünsche äußern.

In der damaligen Szene war der Name Ingo Tamme DER Begriff.

Bezüglich der DDR Computerszene, in Privatkreisen kaum die KC85 zu bekommen, da die meisten für Lehrausbildungen zum Einsatz kamen (bei mir Facharbeiter für DV). Die meisten Entwicklungen waren ja Nachentwicklungen entsprechender "West" Technik. IBM / Intel usw.

Wer Fragen hat, kann mich gerne anschreiben ....
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Computer in der DDR

Beitragvon René » Fr 26. Jul 2019, 08:56

Das Büchlein hat sich im Lauf seiner Entstehung inhaltlich auf das gesamte Thema "Computer in der DDR" verbreitert.Und so heißt es auch. Gerade ist es erschienen:

http://www.spielepower.de/ddr.php
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Re: Computer in der DDR

Beitragvon andymanone » Fr 26. Jul 2019, 19:55

René hat geschrieben:Das Büchlein hat sich im Lauf seiner Entstehung inhaltlich auf das gesamte Thema "Computer in der DDR" verbreitert.Und so heißt es auch. Gerade ist es erschienen:

http://www.spielepower.de/ddr.php


Hi René,
Danke für die Info!
"Kostenfreies" Buch (+5€) Versand ist natürlich bestellt :).

Allerdings irritiert mich der "Vertriebskanal" dann doch etwas....
"Demokratie leben" ?! "Landeszentrale für politische Bildung"?! Echt jetzt :shock: ?

Wer hier nicht auf den Kopf gefallen ist, weiß genau "wer" dahinter steckt und woher die Gelder kommen...
Begeistert mich jetzt so garnicht.... :nono:

Da hätte ich lieber gern ein paar Euro für das Buch bezahlt, wenn ich wüsste, dass es "neutralen" Ursprungs ist...

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Re: Computerszene in der DDR

Beitragvon René » Fr 26. Jul 2019, 23:09

https://de.wikipedia.org/wiki/Landeszen ... he_Bildung <-

Ich nutze "meine" Landeszentrale in Sachsen schon seit Jahren. Sie lizenzieren regulär erschienene Bücher und bieten sie als Sonderausgabe (meistens) kostenfrei an und organisieren Veranstaltungen. Auch die Bundeszentrale kenne ich von Ständen auf der Buchmesse und gar der Gamescom.

Ich trug mich schon länger mit der Idee eines DDR-Buches, wusste aber nicht, welchem Verlag ich es anbieten könnte. Irgendwie kam mir spontan die Eingebung, dort nachzufragen, ob sie auch neu geschriebene veröffentlichen. Das hatte bei Thüringen schnell geklappt; und ich hatte bei der inhaltlichen Umsetzung praktisch keine Vorgaben, und am Manuskript wurde so gut wie nichts redigiert. Als DDR-Buch ist es sogar ziemlich unpolitisch. Und ich kann nun sogar den umgekehrten Weg gehen und einen regulären Verlag suchen. Auch eine Website würde mir gefallen.
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Re: Computerszene in der DDR

Beitragvon andymanone » Sa 27. Jul 2019, 14:11

René hat geschrieben:.....hatte bei der inhaltlichen Umsetzung praktisch keine Vorgaben, und am Manuskript wurde so gut wie nichts redigiert. Als DDR-Buch ist es sogar ziemlich unpolitisch.

Na ich hoffe es kommt bald und dann werde ich Dein Werk mal ausführlich studieren ;).
Bin schon sehr gespannt!

René hat geschrieben:Und ich kann nun sogar den umgekehrten Weg gehen und einen regulären Verlag suchen. Auch eine Website würde mir gefallen.

Das klingt doch nach einem guten Plan :thumbup: 8).

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Re: Computerszene in der DDR

Beitragvon Tron04 » So 28. Jul 2019, 10:58

Hi,

da das Buch sowieso kostenlos ist (außer Versand), wäre es schön wenn es auch als ebook (epub oder kindle azw) erhältlich wäre. Entweder per downloadlink in einer Cloud, oder ggf. als kostenfreies ebook bei Amazon veröffentlichen? Ist das möglich?

Gruß, Tron04
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